Warum nicht gleich so: 6 effektive Tipps zum Sprachen lernen




Tipps Sprachenlernen

Sie wollen an ihren Sprachkenntnissen arbeiten und möchten das meiste aus Ihrer Lernzeit rausholen? Egal ob vor, nach oder während der Sprachreise: Mit unseren Tipps zu Methoden und Hilfsmitteln rund ums Sprachenlernen bleiben Sie motiviert und machen kontinuierlich Fortschritte. Dazu gleich ein Profi-Tipp: Definieren Sie für sich ein größeres Lernziel und kleine Zwischenziele, so bleiben Sie am Ball und können schnell erste Erfolge feiern.


Wie lerne ich effektiv Vokabeln? Mit allen Sinnen lernen

Wer kennt es nicht? Die Liste ist lang, viele Wörter klingen ähnlich und die Bedeutung will einfach nicht in den Kopf rein – das muss aber nicht sein! Unsere zwölf Tipps helfen Ihnen beim Vokabelnpauken:

1. Pausen

Machen Sie beim Lernen Pausen! Nur dadurch kann sich das Gehirn entspannen und die Informationen verarbeiten.

2. Wiederholung

Regelmäßig die neu gelernten Vokabeln wiederholen.

3. Eselsbrücken

Wenn Sie ein neues Adjektiv lernen, bilden Sie auch das zugehörige Substantiv und das Verb – so bauen Sie Eselsbrücken.

4. Assoziationen

Stellen Sie sich ein Bild zum Wort oder Ihre Assoziationen damit bildhaft vor. Das stimuliert die Aufmerksamkeit des Gehirns.

5. Bewegung

Bewegung verursacht Aufmerksamkeit - selbst, wenn Sie sie sich nur vorstellen: Wenn Sie also etwa das Wort für „Auto“ lernen, stellen Sie sich ein fahrendes, kein parkendes Auto vor.

6. Zeit nehmen

Nehmen Sie sich für jedes neu gelernte Wort etwa eine Minute Zeit und sprechen Sie die Vokabel auch ruhig laut aus.

7. Beispiele bilden

Bilden Sie Beispielsätze mit dem Wort. Das erhöht die Chance, es sich in einem Kontext zu merken.

8. Aufschreiben

Beim Erinnern kann es hilfreich sein, wenn Sie das Wort einmal geschrieben haben – ob mit der Hand oder am Computer bleibt Ihnen überlassen.

9. Zerlegen

Wie beim Merken von Pins oder Telefonnummern auch, können Sie ein Wort in seine einzelnen Bestandteile zerlegen, um sich so leichter an die einzelnen Wortteile zu erinnern.

10. Telefonate

Sie telefonieren gern? Führen Sie doch einfach das nächste Telefongespräch mit einem Freund, der die Sprache schon kann oder sie auch lernt, in ihrer favorisierten Fremdsprache. Verabreden Sie ein Thema mit dem Vokabular, was sie lernen wollen. Denn Übung macht ja bekanntlich den Meister!

11. Albernheit

Seien Sie ruhig mal albern: Je abwegiger eine Geschichte ist, die Sie rund um ein neues Wort spinnen, desto besser wird sich Ihr Gehirn an die Bedeutung erinnern.

12. Kreativität

Unser Gehirn mag kreative Eskapaden und wird sich alles, was sie selbst erfahren, viel leichter merken. Warum kochen Sie das nächste Mal nicht nach einem Rezept in Ihrer Wunschsprache? Oder hören Sie Musik, die Ihnen gefällt, und singen Sie am besten gleich mit.




Wie lerne ich am besten Grammatik?

Natürlich können Sie sich eine zusammengefasste Grammatik kaufen und diese von vorn bis hinten durchlesen – meist ist dies aber nicht zielführend, weil die Verknüpfung mit Anwendungsbeispielen fehlt. Dazu ist es of trocken und langweilig. Lernen Sie die Grammatik einer neuen Sprache besser häppchenweise mit viel Übungsaufgaben: Erarbeiten Sie sich eine Grammatikregel und fangen Sie erst wenn diese sitzt, die nächste an. Merken Sie sich am besten Beispielsätze und lernen Sie erstmal nur die Regeln, die Sie in Ihrer persönlichen Sprachanwendung benötigen. Wiederholen Sie unbedingt mehrmals die Regel und das Beispiel dazu, denn gerade am Anfang vergisst das Gehirn schnell wieder. Übrigens: Diese Techniken gelten besonders für Grammatikregeln, die so in Ihrer Muttersprache nicht existieren! Und auch hier gilt: Schreiben Sie sich einige Beispiele auf und experimentieren Sie an schwierigen Stellen mit Farben, um die Grammatik-Regel zu visualisieren.


Hilfsmittel: Mit Karteikarten lernen

Wer kennt ihn nicht aus der Schule: den Karteikasten! Zum Vokabeln lernen benötigen Sie einen Kasten mit Registern und natürlich leere Karteikarten. Das Prinzip ist simpel: Pro Karte wird eine Vokabel auf der Vorder- und die Bedeutung auf der Rückseite notiert. Nun Fragen Sie sich ab: Gewusste Vokabeln wandern ein Fach weiter, die anderen bleiben im ersten Fach. Am nächsten Tag lernen Sie weitere Vokalbeln aus dem ersten Fach und wiederholen die, des zweiten Faches. Gewusstes wandert weiter, nicht Gewusstes muss ein Fach zurück. Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung der Wiederholungsmuster. Diese Art zu lernen ist ein richtiges Erfolgserlebnis für das Gehirn, denn die Wiederholung hilft beim Erinnern! Extra-Tipp: Nutzen Sie möglichst kleine Karteikarten, die Sie überallhin mitnehmen und zwischendurch lernen können.


Digitale Helfer und Co.

Warum das Smartphone, das ja sowieso zu unserem Alltag gehört, nicht auch zum Sprachenlernen nutzen? Es gibt eine Flut kostenloser wie kostenpflichtiger Apps, bei denen verschiedene Sprachen auf unterschiedlichen Niveaus erlernt werden können. Die einzelnen Lektionen dauern meist ungefähr 20 Minuten und enthalten Alltagsvokabular und häufig verwendete Wörter. Das schöne: Sie können mehrmals in der Woche, immer wenn es Ihnen gut in den Alltag passt, die App öffnen und in die Sprache eintauchen. Hier finden Sie eine Übersicht über die bekanntesten Anbieter. Unser Tipp: Viele Apps bieten kostenlose Test-Versionen an, sodass Sie einfach verschiedene herunterladen und ausprobieren können, um herauszufinden welche Ihnen am meisten Spaß macht.

Auch Video-Lernplattformen wie Lingorilla oder Babelyou können Sie in Ihrem Lernprozess unterstützen, wenn Sie ein audiovisueller Lerntyp sind. Meist kann man aus mehreren Sprachen wählen, die sich aus einem Videopaket von 15 bis 22 Lektionen zusammensetzen. Auch der Austausch mit anderen Lernern per Videochat, Online-Übungen zum Vokabular und zum Hörverständnis sowie Tutorials mit Hintergrundinfos gehören dazu. Übrigens: Auf Youtube gibt es einige kostenfreie Kurse, die einen guten Einstieg bieten.


Zusammen lernen: Tandems bilden und Sprachstammtische besuchen

Allein mit einem Buch und dem Vokabelheft zuhause sitzen, ist nicht Ihr Ding? Kein Problem: Bei einem Sprachtandem trainieren Sie in Zweierteams gegenseitig Ihre Sprachkenntnisse. Eine halbe Stunde sprechen Sie beispielsweise die eine, die zweite halbe Stunde die andere Sprache. Im besten Fall sind die Tandempartner Muttersprachler, dann lernen Sie sowohl den authentischen Klang der Sprache, als auch Alltagswissen über Land, Leute und den Sprachgebrauch. Werfen Sie beim nächsten Bücherei- oder Supermarkt-Besuch oder in der Uni doch einen Blick auf das Schwarze Brett – vielleicht findet sich ja jemand? Oder schauen Sie auf Portalen wie sprachduo.deConversation Exchangetandempartners.org oder in Facebook-Gruppen, ob jemand, der gerade Deutsch lernt, Ihre gewünschte Sprache beherrscht.

Wenn Sie sich auch in größeren Gruppen wohlfühlen, könnte ein Sprachstammtisch für Sie eine gute Gelegenheit sein: Vor allem in größeren Städten finden regelmäßig Sprach- oder Couchsurfing-Stammtische statt, bei denen es um den sprachlichen Austausch geht. Auch eine Suche nach entsprechenden Facebook-Gruppen in Ihrer Stadt oder über die Online-Plattformen InterNations.org oder Meetup.com kann weiterhelfen.


Sprachen lernt man am besten im Land

Wenn Sie gerne schnelle Fortschritte erleben wollen, denken Sie doch auch mal über eine längere Sprachreise nach: Nirgendwo lernt man so schnell wie in dem Land und von den Menschen vor Ort – insbesondere wenn man Familienanschluss hat. Ein Aufenthalt in einer Gastfamilie oder einer Wohngemeinschaft bringt zusätzliche Herausforderungen und fördert die Auseinandersetzung mit der Sprache und den lokalen Begebenheiten noch mehr. Na, bereit für die Herausforderung? Übrigens: Sie können Ihr Gehirn auch Zuhause schon trainieren und sich das Ausland in ihr Wohnzimmer holen, indem Sie Radio, Musik, Hörbücher oder Filme auf Ihrer Wunschsprache hören und sehen. So verbessert sich Ihr Hörverstehen im Nu!

Quelle: Sprachreisenvergleich.de | 16.11.2018
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