5 überraschende Infos, die Sie über italienisches Essen wissen müssen




italienisches Essen Eine Sprachreise nach Italien ist nicht nur aus linguistischen Gründen überaus reizvoll. Das stiefelförmige Land im Süden Europas lockt mit vielen weiteren Vorzügen wie traumhaften Landschaften, freundlichen Menschen, angenehmem Wetter – und selbstverständlich auch erstklassigem Essen. Keine Frage: Italienische Speisen sind in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Und trotzdem schaffen sie es immer wieder, uns zu überraschen. Die nachfolgenden Infos beweisen es Ihnen.


Nudeln sind eine Vorspeise

Während Pasta in Deutschland und anderswo auf der Welt leidenschaftlich gern in rauen Mengen verputzt wird, sind die Italiener selbst eher zurückhaltend, wenn es um die Portionierung der kohlenhydratreichen Teigwaren geht.

Der Grund: Nudeln sind in Italien eine klassische Vorspeise beziehungsweise der primo piatto und werden daher im überschaubaren Maße auf dem Teller arrangiert – es soll schließlich noch Platz für ein Hauptgericht und ein dolce, also eine Nachspeise sein.
Tipp: Bei der Bestellung im Restaurant sollten Sie unbedingt bedenken, dass Sie von einer Portion Nudeln wahrscheinlich nicht satt werden. In stark touristisch geprägten Gegenden könnten Sie versuchen, die doppelte Menge zu bestellen. Authentischer wird das kulinarische Italien-Erlebnis allerdings, wenn Sie zum primo auch noch den secondo piatto ordern. Hierbei handelt es sich in der Regel um ein Fleisch- oder Fischgericht mit Gemüsebeilage.


Spaghetti werden nicht auf Löffeln aufgerollt

Möchten Sie sich in Italien in Rekordzeit als Tourist outen? Dann bestellen Sie sich im Restaurant eine Portion Spaghetti oder Bandnudeln und ordern Sie dazu gleich noch einen Löffel, um sie standesgemäß aufzurollen. Es gibt kaum eine Tischsitte, die Italiener mehr irritiert als diese ausländische Marotte.

Wenn in Bella Italia lange Nudeln serviert werden, so dreht man diese standesgemäß auf dem Tellerrand zu mundgerechten Röllchen (der Grund, warum Pastateller in der Regel so breite Ränder haben). Diese Technik ist nicht nur „echt italienisch“, sondern sorgt auch dafür, dass Sie eine Hand frei haben, um nebenbei lässig einen Schluck Wein zu genießen. Perfetto!


Das Abendessen beginnt selten vor 20 Uhr

Das Abendessen ist die Hauptmahlzeit der Italiener und wird dementsprechend mit Vorliebe zelebriert.

Gut zu wissen: Während die meisten Deutschen schon ab ca. 18 Uhr bereit für die letzte Nahrungsaufnahme des Tages sind, begeben sich Italiener selten vor 20 oder 21 Uhr zu Tisch. Diese Besonderheit wird Ihnen schnell auffallen, wenn Sie sich die Öffnungszeiten von authentischen italienischen Restaurants anschauen und mit denen der Touri-Fallen vergleichen.
Und noch ein Tipp: Bringen Sie Zeit mit. Wie die Franzosen lieben es auch die Italiener, gesellig zusammenzusitzen und dabei gutes Essen und hervorragenden Wein zu genießen. Da kann es auch schon mal passieren, dass das Abendessen erst gegen Mitternacht vorbei ist.


Antipasti sind nicht süß-sauer

Antipasti – kleine, häufig eingelegte Köstlichkeiten – haben längst von den Theken der Feinkosthändler aus die Herzen der Deutschen erobert und gelten neben Pizza und Pasta als „typisch italienisch“. Doch Vorsicht – das, was Ihnen hierzulande serviert wird, hat oftmals nur sehr wenig mit den Originalen aus Bella Italia zu tun. Wenn Sie in Italien beispielsweise Pilze, Paprika, Artischocken, Oliven und andere Gemüsesorten als Vorspeise bestellen, so werden Sie feststellen, dass diese in der Regel überhaupt nicht süß-sauer schmecken, sondern einfach nur in gutem Olivenöl eingelegt wurden. Außerdem überraschend: Antipasti sind vielfältiger als die meisten Deutschen denken. Neben dem klassischen Gemüse gibt es auch Antipasti, die auf Wurst- und Käsespezialitäten basieren, Meeresfrüchte, Reis und sogar Mini-Pizzen. Die Auswahl, die in kalte und warme Antipasti unterteilt werden kann, erinnert schnell an spanische Tapas und lädt zum Ausprobieren ein.


Das Frühstück ist eher ein kleiner Snack

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler“ – Dieses Sprichwort mag vielleicht auf deutsche Mägen ausgelegt sein, doch in Italien ticken die Uhren ganz anders. Wie weiter oben bereits erwähnt, ist hier das Abendessen die Hauptmahlzeit des Tages. Zum Frühstück – das von uns Deutschen gern ausgedehnt und ausgewogen eingenommen wird – gibt es hingegen meist eher schmale Kost. Ein typisch italienisches Frühstück besteht meist aus einem guten Cappucino oder Espresso (Pflicht) und einem süßen Gebäck (Kür). Alles andere ist meist schon zu viel, da die Italiener ja abends üppig essen und am Morgen meist noch satt sind.


Trinkgeld muss nicht sein

Zu guter Letzt noch ein allgemeiner Tipp für alle Sprachreisenden, die leidenschaftlich gern in Restaurants essen gehen und die freundliche Bedienung mit einem Trinkgeld honorieren möchten:

In Italien ist es normal, dass eine Servicegebühr (das coperto) bereits automatisch auf der Rechnung erscheint. Diese können Sie mit dem klassischen Trinkgeld vergleichen. Es beinhaltet aber auch andere Annehmlichkeiten wie das Brot und Stoffservietten.Darum ist  es nicht notwendig, dass Sie den Rechnungsbetrag zusätzlich aufrunden, um besonders generös daherzukommen.
Tipp: Wie hoch die Servicegebühr im jeweiligen Restaurant ausfällt, muss immer auf der Speisekarte vermerkt sein. Fragen Sie zur Not nach, um am Ende eines gelungenen Essens keinen Schreck beim Anblick der Rechnung zu bekommen.




Italienisches Essen ist nicht nur ausgesprochen lecker, sondern – wie dieser Beitrag unter Beweis gestellt hat – auch immer für eine Überraschung gut. Falls Sie gerade eine Sprachreise nach Italien planen, wünschen wir Ihnen nicht nur maximale Lernerfolge, sondern auch einen guten Appetit.

Quelle: Sprachreisenvergleich.de | 28.08.2019